Die Europäische Feuerstätten Arbeitsgemeinschaft e. V. EFA lud nach Salzburg Vertreter aus Verbänden, Unternehmen und Forschung zur Herbsttagung ein

  • Technische und politische Herausforderungen prägen die Branchenzukunft
  • Zusammenhalt der Branche wichtiges Zeichen
  • Auch HKI, ZIV, ZDS, GVOB und Fachverband Schornsteintechnik e.V. mit von der Partie

Vor schöner Kulisse und dennoch in konzentrierter Atmosphäre fand vom 13. bis 14. Oktober 2022 im österreichischen Salzburg die Herbsttagung der Europäischen Feuerstätten Arbeitsgemeinschaft e. V. EFA statt. Auf einer Fachtagung wurden die aktuellen Herausforderungen von verschiedenen Seiten beleuchtet, am darauffolgenden Donnerstag das Verbandsjahr 2023 in einer Mitgliederversammlung vorbereitet. EFA-Vorstandsvorsitzender Uwe Striegler eröffnete die Sitzung und war sehr erfreut, die zweite Präsenzsitzung in diesem Jahr moderieren zu dürfen. Der Sitzungsraum war bis auf den letzten Platz besetzt. Nicht nur Mitglieder der EFA fanden nach Salzburg, sondern auch Vertreterinnen und Vertreter von weiteren Verbänden, Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

Thomas Schnabel vom Industrieverband Haus-, Heiz und Küchentechnik e. V. HKI machte den Anfang mit der Vorstellung innovativer Wärmekombinationen. Besonders Wärmepumpen, so Schnabel, würden von der Ergänzung durch Holzfeuerungssysteme profitieren. Darin sieht der HKI einen sinnvollen Beitrag zur Energiewende in Deutschland – und nicht nur er. Auch die Vertreter der Mitgliedsunternehmen der EFA sowie weiterer Verbände begrüßten die Initiative und sagten Unterstützung zu.

Über die aktuelle Situation der omnipräsenten „Ableitbedingungen“, also § 19 der Bundesimmisionsschutzverordnung BImSchV, informierte Markus Schlichter vom ZIV. Der stellvertretende Vorstand Technik des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks zeigt in seinem Vortrag, dass nicht alles so schlimm kam wie befürchtet, es dennoch fallweise großen Nachbesserungsbedarf gibt. Er machte noch einmal deutlich, dass nur durch die konzentrierte Aktion der Verbände, darunter die EFA, Schlimmeres abgewendet werden konnte. Dr. Volker Schmatloch, Entwicklungsleiter der Firma Spartherm, informierte im Anschluss über die ECO-Design-Verordnung EN16510. Er machte besonders auf den politischen Willen hinter der Verordnung aufmerksam und zeigte, wie allein Bezeichnungen und Skalen die Bewertung von Wärmetechnologien maßgeblich beeinflussen können. Politische Arbeit und technische Expertise müssen hier Hand in Hand gehen, um die Branche auf die Regelung vorzubereiten.

Prof. Dr. Ingo Hartmann vom Deutschen Biomasseforschungszentrum DBFZ informierte über das Projekt UVV, bei dem zu Sensorik und saubere Verbrennung geforscht wird. Er wies darauf hin, dass die Branche nur mit Innovationen weiter ihren wichtigen Beitrag zum Wärmemarkt liefern kann. Die Forschung nimmt dabei nicht nur eine mahnende, sondern auch unterstützende Rolle ein. Das er es damit ernst meint, machte im direkten Anschluss an seinen Fachvortrag klar. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der EFA, Dr. Johannes R. Gerstner, lud er zum gemeinsamen Branchengipfel vom 17. bis 18. November am DBFZ in Leipzig ein. Der Branchengipfel ist die Fortführung der erfolgreichen Zukunftsworkshops, auf denen sich bereits in der Vergangenheit Branche, Politik und Umweltverbände intensiv ausgetauscht haben. Im November wird aus den Erkenntnissen der vergangenen Workshops ein Strategievorschlag gemacht, der alle Akteure der Branche mit einschließen soll.

Neben den Fachbeiträgen blieb auch Zeit, um große übergeordnete Themen anzugehen. EFA-Vorstandsmitglied Dr.-Ing. Daniel Leberger (Techno-Physik) überreichte gemeinsam mit dem Hagos-Vorstand Guido Eichel und Michaela Waldecker von Waldecker PR einen Spendenscheck in Höhe von 5.500 Euro an Theo Melcher vom Verein Die Ofenmacher e. V. Damit wird der Bau von Lehmöfen in Nepal unterstützt, um die Gefahren von offenen Kochfeuern zu reduzieren. Die Firma Techno-Physik verkaufte für den guten Zweck kleine Ofenmodelle auf der Hagos-Börse 2022. Die Initiative geht weiter, Interessierte können sich auf nepalofen.org informieren.

Auf der Mitgliederversammlung am darauffolgenden Freitag wurde kompakt das kommende Verbandsjahr vorbereitet und auf die wichtigen Termine im Verbandsjahr hingewiesen. In diesem Jahr findet noch der Branchengipfel vom 17. bis 18. November statt, gefolgt vom technischen Austausch am 6. Dezember (online). Das Verbandsjahr 2023 beginnt mit der Klausurtagung des Verbandes vom 3. bis 5. Februar im oberfränkischen Hof, die Frühjahrstagung findet vom 26. bis 28. April in Würzburg statt.