• Die politischen Herausforderungen wie BImSchV, Ableitbedingungen und „Blauer Engel“ stehen ganz oben auf der Tagesordnung
  • Ein grundlegendes Forschungsprojekt soll die Branche einen und gemeinsam Perspektiven schaffen
  • Der Verband wächst aktuell stark und passt weiter seine Strukturen an

Die Herbsttagung des Industrieverbands Europäische Feuerstätten Arbeitsgemeinschaft (EFA) vom 24. bis 25. Oktober 2019 in Berlin stand ganz im Zeichen der politischen Branchenarbeit. In unmittelbarer Nähe zum deutschen Kanzleramt und zum Bundestag trafen sich die wichtigsten europäischen Vertreter der Ofen, Schornstein- und Zuliefererbranche zur Abstimmung der politischen Positionen für die Zukunft. Denn um nicht weniger – das machte der Vorstandsvorsitzende der EFA Uwe Striegler deutlich – geht es bei den aktuellen politischen Beratungen.

Vorstandsvorsitzender Uwe Striegler sieht trotz der angespannten Situation eine Chance für die Industrie und das Handwerk, die Zukunft aktiv zu gestalten. „Die Novellierung der BimSchV, die Einführung des Umweltengels und die Diskussion um die Ableitbedingungen sind ebenso technische wie politische Themen – wir stellen uns diesen Herausforderungen gemeinsam mit unseren Partnern wie etwa dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima ZVSHK,“ so Striegler.

Entsprechend politisch geriet auch das Programm der Tagung. Tino Sorge, Mitglied des Bundestags und Vertreter für den Mittelstand, nannte Anknüpfungspunkte für die Artikulation der Brancheninteressen in der deutschen Bundespolitik. Dr. Johannes R. Gerstner, Geschäftsführer der EFA, machte auf die Notwendigkeit einer Einheit aller Verbände in Deutschland aufmerksam und bot dabei die Unterstützung der EFA an.

Tim Froitzheim, Vertreter des ZVSHK, erläuterte den aktuellen Stand der Feinstaub- und Umweltdiskussion und wies noch einmal auf die Verantwortung der Branche hin. Dirk Böhringer, technischer Geschäftsführer der EFA und ausgewiesener Normenkenner bot den europäischen Blick über die aktuelle deutsche Diskussion hinaus. Prof. Dr. Michael Mäs von der Universität Groningen (Niederlande) erläuterte die Mechanismen von Meinungsströmen und kündigte ein von der EFA unterstütztes Forschungsprojekt zur Diskussion von Feinstaubthemen an. Leider durch Krankheit verhindert waren der Lobby-Spezialist Dr. Hubert Koch sowie Mirjam Müller vom Deutschen Biomasse Forschungszentrum DBFZ in Leipzig. Eine Lobbyführung und ein Besuch im Bundestag auf Einladung von Abgeordneten Sorge rundeten den informativen Teil der Tagung ab.

Inhaltlich gab Geschäftsführer Dr. Gerstner einen Ausblick auf das kommende Verbandsjahr. Die EFA wird strategisch die Berlinarbeit vertiefen. Außerdem soll der Schulterschluss der Branche mit einem gemeinsamen Forschungsantrag im kommenden Jahr glücken, der wissenschaftliche Grundlagen für zukünftige Gesetzgebungen schaffen soll. Hier haben in ersten Gesprächen bereits die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Kachelofenwirtschaft (AdK) und der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) Signale für eine Zusammenarbeit gesendet. Der Verband wird seine Satzung modernisieren und aufgrund des starken Wachstums seine Strukturen anpassen. Allein seit März 2019 sind nach Aussagen von Johannes Gerstner sechs neue Mitglieder zum Verband gestoßen. Gerstner verspricht, alle Anstrengungen zu unternehmen um nicht nur die neuen Mitglieder bei der politischen und technischen Arbeit umfangreich zu unterstützen.

Die nächsten Termine des Verbandes wurden ebenfalls angekündigt: Von 15. bis 16. Januar wird in Leipzig die Fortsetzung des Zukunftsworkshops stattfinden, diesmal unter anderen mitveranstaltet vom ZVSHK und der AdK. Am 18. bis 19. März folgt die Frühjahrstagung in Salzburg, die vom Verband Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke unterstützt wird. Vom 22. bis 23. September wird dann voraussichtlich die Herbsttagung 2020 stattfinden, der Ort wird noch bekannt gegeben. Auch ein technisches Meeting ist für 2020 angedacht.

Der EFA-Vorstand in Berlin mit Gast: Karlheinz Leuders, Horst Funda, Jürgen Böhm, Vorstandsvorsitzender Uwe Striegler, Christian Droll, stellvertretende Vorstandsvorsitzende Ursula Gröbner, technischer Geschäftsführer Dirk Böhringer, MdB Tino Sorge, Geschäftsführer Dr. Johannes R. Gerstner, Friedrich Allendorff, Dr. Daniel Leberger, Colin Rokossa (honorarfrei).


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