Herr Böhm, seit April 2018 sind Sie Mitglied im Vorstand der Europäischen Feuerstätten Arbeitsgemeinschaft. Glückwunsch! Warum trauen Sie gerade diesem Verband zu, Antworten auf drängende Fragen der Branche zu finden?

Jürgen Böhm, Vostandsmitglied der EFA

Die EFA ist der einzige Verband, der explizit die Feuerstätte und den Schornstein als eine Einheit sieht. Und das auf europäischer Ebene. Sie ist also der Verband, der die von allen immer wieder geforderte Zusammengehörigkeit der gesamten Branche – der Kaminhersteller, Ofenhersteller und Zulieferer – in ganz Europa wirklich lebt.  Das hat mir imponiert. Wir kommen nicht mehr weiter, wenn wir in Schubladen und Kategorien denken.

Warum ist gerade diese „Einheit“ aus Schornstein und Feuerstätte so wichtig?

Die beste Feuerstätte kann aber nur dann optimal arbeiten, wenn der angeschlossene Schornstein perfekt mit ihr harmoniert und mit der weiteren Haustechnik störungsfrei arbeitet. Eine neue Art zu bauen und zu wohnen stellt uns vor Veränderungen, die Ofen- und Kaminhersteller nur gemeinsam angehen können. Im Übrigen ist diese Einheit von Schornstein und Feuerstätte ja keine Neuigkeit. Auch der Gesetzgeber sieht das so. Schauen Sie sich zum Beispiel die Berechnung des Schornsteinquerschnitts nach der Norm DIN EN 13384 an, oder die Fachregel des Ofen- und Heizungsbauerhandwerks TROL. Wir brauchen einfache und gesamtheitliche Lösungen, die alltagstauglich sind. Wir brauchen also Lösungen, die sich auch in modernen Niedrigenergiehäusern sinnvoll und sicher betreiben lassen.

Was sind hier die Besonderheiten?

Gebäude werden aus energetischen Gründen immer dichter, die Wohnraumlüftungsanlage setzt sich zunehmend als Standard durch. Ich brauche also Anlagen, die sich sicher in einem Niedrigenergiekonzept betreiben lassen und deren Heizleistung dem geringeren Wärmebedarf angemessen ist. Dazu kommt der Umweltschutz. Ich muss in den heutigen dichten Gebäuden für ausreichende Luftzufuhr sorgen, sonst kommt es zur gefürchteten „schwarzen Scheibe“ im Ofen – es findet keine saubere Verbrennung mehr statt.

Also ist eine Feuerstätte im modernen Niedrigenergiehaus unnötig und technisch schwer umzusetzen?

Das ist ein durchaus verbreitetes Vorurteil, das aber komplett falsch ist. Im Gegenteil: Erst mit einer Feuerstätte habe ich ein ganzheitliches Heizkonzept, mit dem ich auch in der Übergangszeit einen Wohnraum komfortabel nutzbar mache. Die Feuerstätte ist hier die ideale Ergänzung zu einer Zentralheizung oder einer Wärmepumpe. Außerdem ist die Einbindung einer Feuerstätte in ein Gesamtkonzept auf viele Arten möglich.

Die wären?

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Feuerstätten: raumluftunabhängige Feuerstätten, welche ihre Verbrennungsluft ausschließlich über eine getrennte Leitung vom Freien beziehen und über eine geprüfte Dichtheit verfügen – diese besitzen eine entsprechende DIBt-Zulassung. Mit diesen an Luft- Abgasschornsteine angeschlossenen Feuerstätten ist ein raumluftunabhängiger Betrieb möglich.

Alle anderen Feuerstätten gelten als raumluftabhängige Feuerstätten, unabhängig ob sie einen externen Luftanschlussstutzen besitzen oder die Verbrennungsluft ausschließlich aus dem Aufstellraum entnehmen. Prinzipiell kann ich eine raumluftabhängige Feuerstätte für die ein ausreichender Verbrennungsluftbedarf nachgewiesen werden kann, beim Vorhandensein einer raumlufttechnischen Anlage einbauen, wenn diese durch eine zugelassene Sicherungseinrichtung ergänzt wird: Im Falle eines Unterdrucks von mehr als vier Pascal schaltet die Sicherheitseinrichtung dann die Lüftungsanlage aus. Bei Verwendung einer raumluftunabhängig zugelassenen Feuerstätte kann auf die Sicherheitseinrichtung verzichtet werden, wenn ein dauerhaft bilanzierter Betrieb der Lüftungsanlage sichergestellt ist. Das bedeutet, dass ein Vereisen des Wärmetauschers im Winter, etwa durch ein Vorheizregister am Lüftungsgerät, ausgeschlossen und ebenso die „Sommerbypassfunktion“ blockiert sein muss.

Eine komplexe Materie, nehmen da nicht Bauherren immer mehr Abstand?

Nein, der guten Endkundenberatung durch die Fachleute im Ofen- und Schornsteinbau sei Dank! Der Kamin und die Feuerstätte sind nach wie vor nachgefragte Austattungen bei Neubauten. Wer baut, der baut in aller Regel ein Mal in seinem Leben. Daher sollte einem bewusst sein, dass gerade Komponenten wie der Schornstein ein einmaliger Garant für die Unabhängigkeit von Verbrauchernetzen und Preisdiktaten sind. Die freie Wahl des Wärmeträgers ist nur beim Bau mit Schornstein wirklich sichergestellt. Kein Wunder dass bei etwa drei Viertel aller Bauherren ein Kaminofen beziehungsweise Kachelofen ganz oben auf der Wunschliste steht. Um über ein Hausleben lang auch allen Anforderungen gerecht zu werden, sollte der Schornstein daher idealerweise über zwei Züge verfügen und auch die Möglichkeit des raumluftunabhängigen Anschlusses bieten.

Wo erhält der Bauherr hier Unterstützung?

Wenn der Bauherr bereits in der Planungsphase seines Hauses ein Bild „seiner Feuerstätte“ im Kopf hat, ist der direkte Kontakt zum Ofenbauer oder Kaminofenstudio eine gute Wahl. Wie kein anderer können diese Experten den Bauherren individuell zu seinem Ofentraum beraten. Und natürlich die Feuerstätte optimal auf die jeweilige Situation und auch auf den jeweiligen Wärmebedarf anpassen. Ist der Bauherr noch  unentschlossen, so ist es dringend zu empfehlen, bereits in der Bauphase einen möglichst universellen Schornsteinzug für die Feuerstätte einzuplanen.  Dazu bieten sich in der Regel keramische Luft-Abgas-Schornsteine mit einer so genannten „W3G-Zulassung“ an. Wurde der Einbau eines Schornsteins im Rohbau  übersehen, ist später meist die Nachrüstung eines Hauses mit einem geeigneten Edelstahl-Außenschornstein möglich, aber die mögliche Lage der Feuerstätte ist dann mitunter eingeschränkt. Daher sollte man in der Planungsphase bereits dem Planer gegenüber den klaren Wunsch nach eine Feuerstätte und eben einem entsprechenden Schornstein mitteilen.

Also hat die Feuerstätte noch lange nicht ausgedient?

Bei aller Modernität ist der Ofen nach wie vor eine zentrale Größe bei jeder Hausplanung. Der Wunsch nach dem Urfeuer, seiner sichtbaren, erlebbaren und unmittelbaren Wärme ist auch in heutigen modernen Hocheffizienzgebäuden nicht wegzudenken. Sie ist keineswegs nur Luxus, sondern Garant für Sicherheit, Effizienz und Unabhängigkeit. Hochwertige, emissionsarme Feuerstätten und moderne Schornsteinsysteme sind bei guter Vorplanung mit der weiteren Haustechnik problemlos im Hocheffizienzgebäude kombinierbar und zudem ökologisch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Darum kein Neubau ohne Schornstein! Die Europäische Feuerstätten Arbeitsgemeinschaft versucht hier, über Länder- und Branchengrenzen hinweg die Interessen der Hersteller, Zulieferer und nicht zuletzt der Verbraucher gemeinsam zu vertreten, damit auch in Zukunft zu einem wohnlichen Zuhause ein gemütliches Feuer gehört.

Herr Böhm, seit April 2018 sind Sie Mitglied im Vorstand der Europäischen Feuerstätten Arbeitsgemeinschaft. Glückwunsch! Warum trauen Sie gerade diesem Verband zu, Antworten auf drängende Fragen der Branche zu finden?

Die EFA ist der einzige Verband, der explizit die Feuerstätte und den Schornstein als eine Einheit sieht. Und das auf europäischer Ebene. Sie ist also der Verband, der die von allen immer wieder geforderte Zusammengehörigkeit der gesamten Branche – der Kaminhersteller, Ofenhersteller und Zulieferer – in ganz Europa wirklich lebt.  Das hat mir imponiert. Wir kommen nicht mehr weiter, wenn wir in Schubladen und Kategorien denken.

Warum ist gerade diese „Einheit“ aus Schornstein und Feuerstätte so wichtig?

Die beste Feuerstätte kann aber nur dann optimal arbeiten, wenn der angeschlossene Schornstein perfekt mit ihr harmoniert und mit der weiteren Haustechnik störungsfrei arbeitet. Eine neue Art zu bauen und zu wohnen stellt uns vor Veränderungen, die Ofen- und Kaminhersteller nur gemeinsam angehen können. Im Übrigen ist diese Einheit von Schornstein und Feuerstätte ja keine Neuigkeit. Auch der Gesetzgeber sieht das so. Schauen Sie sich zum Beispiel die Berechnung des Schornsteinquerschnitts nach der Norm DIN EN 13384 an, oder die Fachregel des Ofen- und Heizungsbauerhandwerks TROL. Wir brauchen einfache und gesamtheitliche Lösungen, die alltagstauglich sind. Wir brauchen also Lösungen, die sich auch in modernen Niedrigenergiehäusern sinnvoll und sicher betreiben lassen.

Was sind hier die Besonderheiten?

Gebäude werden aus energetischen Gründen immer dichter, die Wohnraumlüftungsanlage setzt sich zunehmend als Standard durch. Ich brauche also Anlagen, die sich sicher in einem Niedrigenergiekonzept betreiben lassen und deren Heizleistung dem geringeren Wärmebedarf angemessen ist. Dazu kommt der Umweltschutz. Ich muss in den heutigen dichten Gebäuden für ausreichende Luftzufuhr sorgen, sonst kommt es zur gefürchteten „schwarzen Scheibe“ im Ofen – es findet keine saubere Verbrennung mehr statt.

Also ist eine Feuerstätte im modernen Niedrigenergiehaus unnötig und technisch schwer umzusetzen?

Das ist ein durchaus verbreitetes Vorurteil, das aber komplett falsch ist. Im Gegenteil: Erst mit einer Feuerstätte habe ich ein ganzheitliches Heizkonzept, mit dem ich auch in der Übergangszeit einen Wohnraum komfortabel nutzbar mache. Die Feuerstätte ist hier die ideale Ergänzung zu einer Zentralheizung oder einer Wärmepumpe. Außerdem ist die Einbindung einer Feuerstätte in ein Gesamtkonzept auf viele Arten möglich.

Die wären?

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Feuerstätten: raumluftunabhängige Feuerstätten, welche ihre Verbrennungsluft ausschließlich über eine getrennte Leitung vom Freien beziehen und über eine geprüfte Dichtheit verfügen – diese besitzen eine entsprechende DIBt-Zulassung. Mit diesen an Luft- Abgasschornsteine angeschlossenen Feuerstätten ist ein raumluftunabhängiger Betrieb möglich.

Alle anderen Feuerstätten gelten als raumluftabhängige Feuerstätten, unabhängig ob sie einen externen Luftanschlussstutzen besitzen oder die Verbrennungsluft ausschließlich aus dem Aufstellraum entnehmen. Prinzipiell kann ich eine raumluftabhängige Feuerstätte für die ein ausreichender Verbrennungsluftbedarf nachgewiesen werden kann, beim Vorhandensein einer raumlufttechnischen Anlage einbauen, wenn diese durch eine zugelassene Sicherungseinrichtung ergänzt wird: Im Falle eines Unterdrucks von mehr als vier Pascal schaltet die Sicherheitseinrichtung dann die Lüftungsanlage aus. Bei Verwendung einer raumluftunabhängig zugelassenen Feuerstätte kann auf die Sicherheitseinrichtung verzichtet werden, wenn ein dauerhaft bilanzierter Betrieb der Lüftungsanlage sichergestellt ist. Das bedeutet, dass ein Vereisen des Wärmetauschers im Winter, etwa durch ein Vorheizregister am Lüftungsgerät, ausgeschlossen und ebenso die „Sommerbypassfunktion“ blockiert sein muss.

Eine komplexe Materie, nehmen da nicht Bauherren immer mehr Abstand?

Nein, der guten Endkundenberatung durch die Fachleute im Ofen- und Schornsteinbau sei Dank! Der Kamin und die Feuerstätte sind nach wie vor nachgefragte Austattungen bei Neubauten. Wer baut, der baut in aller Regel ein Mal in seinem Leben. Daher sollte einem bewusst sein, dass gerade Komponenten wie der Schornstein ein einmaliger Garant für die Unabhängigkeit von Verbrauchernetzen und Preisdiktaten sind. Die freie Wahl des Wärmeträgers ist nur beim Bau mit Schornstein wirklich sichergestellt. Kein Wunder dass bei etwa drei Viertel aller Bauherren ein Kaminofen beziehungsweise Kachelofen ganz oben auf der Wunschliste steht. Um über ein Hausleben lang auch allen Anforderungen gerecht zu werden, sollte der Schornstein daher idealerweise über zwei Züge verfügen und auch die Möglichkeit des raumluftunabhängigen Anschlusses bieten.

Wo erhält der Bauherr hier Unterstützung?

Wenn der Bauherr bereits in der Planungsphase seines Hauses ein Bild „seiner Feuerstätte“ im Kopf hat, ist der direkte Kontakt zum Ofenbauer oder Kaminofenstudio eine gute Wahl. Wie kein anderer können diese Experten den Bauherren individuell zu seinem Ofentraum beraten. Und natürlich die Feuerstätte optimal auf die jeweilige Situation und auch auf den jeweiligen Wärmebedarf anpassen. Ist der Bauherr noch  unentschlossen, so ist es dringend zu empfehlen, bereits in der Bauphase einen möglichst universellen Schornsteinzug für die Feuerstätte einzuplanen.  Dazu bieten sich in der Regel keramische Luft-Abgas-Schornsteine mit einer so genannten „W3G-Zulassung“ an. Wurde der Einbau eines Schornsteins im Rohbau  übersehen, ist später meist die Nachrüstung eines Hauses mit einem geeigneten Edelstahl-Außenschornstein möglich, aber die mögliche Lage der Feuerstätte ist dann mitunter eingeschränkt. Daher sollte man in der Planungsphase bereits dem Planer gegenüber den klaren Wunsch nach eine Feuerstätte und eben einem entsprechenden Schornstein mitteilen.

Also hat die Feuerstätte noch lange nicht ausgedient?

Bei aller Modernität ist der Ofen nach wie vor eine zentrale Größe bei jeder Hausplanung. Der Wunsch nach dem Urfeuer, seiner sichtbaren, erlebbaren und unmittelbaren Wärme ist auch in heutigen modernen Hocheffizienzgebäuden nicht wegzudenken. Sie ist keineswegs nur Luxus, sondern Garant für Sicherheit, Effizienz und Unabhängigkeit. Hochwertige, emissionsarme Feuerstätten und moderne Schornsteinsysteme sind bei guter Vorplanung mit der weiteren Haustechnik problemlos im Hocheffizienzgebäude kombinierbar und zudem ökologisch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Darum kein Neubau ohne Schornstein! Die Europäische Feuerstätten Arbeitsgemeinschaft versucht hier, über Länder- und Branchengrenzen hinweg die Interessen der Hersteller, Zulieferer und nicht zuletzt der Verbraucher gemeinsam zu vertreten, damit auch in Zukunft zu einem wohnlichen Zuhause ein gemütliches Feuer gehört.

 

Jürgen Böhm wurde 1969 in Neustadt an der Aisch geboren. Das Studium der Werkstofftechnik an der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule in Nürnberg schloss er als Diplom-Ingenieur (FH) ab. Von 1995 bis 2006 war er Gebietsrepräsentant für Schornsteinsysteme der Firma ERLUS AG, Neufahrn in Niederbayern. Seit 2006 ist er Produktmanager für Schornsteinsysteme, ebenfalls bei der Firma ERLUS. Er vertritt die Firma ERLUS seit mehreren Jahren bei der Europäischen Feuerstätten Arbeitsgemeinschaft (EFA), seit April als Mitglied im Vorstand des Verbandes. Daneben ist er noch in den Interessensgemeinschaften Initiative Pro Schornstein, Initiative Pro Kamin und IG Kamin engagiert.

 

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