Trotz kurzfristiger Absage stellte die Europäische Feuerstätten Arbeitsgemeinschaft ein digitales Branchentreffen auf die Beine – die politische Herausforderung ist groß, der Kampfeswille auch

„Wir wissen jetzt, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben: Einerseits, die Tagung nicht vor Ort stattfinden zu lassen und andererseits, ein kompaktes Onlineinformationsangebot zu machen“ – so fasst Dr. Johannes R. Gerstner, Geschäftsführer der Europäischen Feuerstätten Arbeitsgemeinschaft EFA, die Situation zusammen. Was war passiert? Angesichts der massiv steigenden Corona-Infektionen und den wachsenden Anforderungen an Veranstaltungen sah sich die EFA sehr kurzfristig gezwungen, die Fachtagung mit Mitgliederversammlung am 18. und 19. November 2021 abzusagen.

Wobei: Absagen ist eigentlich der falsche Begriff, denn die Organisatoren haben mit viel Hilfe vom einladenden EFA-Mitglied Camina & Schmid Feuerdesign in Windeseile eine Onlineveranstaltung auf die Beine gestellt, um der Branche ein wenig die Orientierung zu geben, die aktuell an manchen Orten fehlt. Per Zoom hatten sich am Nachmittag des 18. Novembers 2021 über 30 Teilnehmer zugeschaltet. Darunter Gäste wie Prof. Dr. Ingo Hartmann vom DBFZ, aber auch ein Großteil der für die Präsenzveranstaltung ursprünglich angemeldeten Mitglieder.

Das Interesse war groß, denn die kommenden Herausforderungen haben es in sich. Das machte auch Uwe Striegler, Vorsitzender des Vorstands der EFA, sehr deutlich: „Wir müssen jetzt mit der Politik sprechen und vor allem Lösungen anbieten – als Gesamtbranche und nicht nur als einzelne Verbände.“ Dr. Johannes R. Gerstner gab in der Onlineveranstaltung einen ungeschönten Statusbericht ab: „Eine neue Bundesregierung formiert sich, eine neue Bundesimmissionsschutzverordnung liegt als Entwurf in den Schubladen.“

Deutlich wurde aber auch, dass die Branche ein reelles Angebot machen kann. Gerstner: „Unsere Technologie ist umweltfreundlich, regional und sofort verfügbar – das haben wir Wasserstoff und anderen Energiequellen voraus. Es gilt, ein selbstbewusstes Angebot an die Politik zu machen – wir haben konkrete Lösungen.“ Damit sind vor allem Feuerstätten gemeint, die immer sauberer Wärme erzeugen, egal ob mit oder ohne Filter. Diese Technologieoffenheit gilt es in Berlin zu vertreten und Perspektiven für die Zukunft zu schaffen.

Dirk Böhringer, technischer Geschäftsführer, ergänzte den politischen Blick. Er informierte über Änderungen der Muster-Bauordnung und der Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen, sowie über den aktuellen technischen Diskussionsstand der Ableitbedingungen. Diese sollen zum 1. Januar 2022 eingeführt werden, die Branche sitzt gerade an einem abgestimmten Schreiben zur Verschiebung auf Mitte 2022. Ebenfalls informierte er über die DIN SPEC 33999-1 für kleine und mittlere Feuerungsanlagen, die sich mit Prüfverfahren von Staubabscheidern beschäftigt. Das Normungsvorhaben soll voraussichtlich im Frühjahr 2022 starten. Auch unter Beteiligung der EFA wird gerade ein Blauer Engel zu Abscheideeinrichtungen erarbeitet, dieser soll 2022 eingeführt werden. Auf europäischer Ebene engagiert sich die EFA beim Clean Air Tech Hub, bei dem europäische Grenzwerte frühzeitig diskutiert werden. Die Informationen wurden an die EFA-Mitglieder verteilt.

Zur Verbandsorganisation gab Dr. Gerstner bekannt, dass wie bereits im vergangenen Jahr eine Mitgliederversammlung im schriftlichen Umlaufverfahren stattfinden wird. Die Mitglieder erhalten dazu demnächst weitere Informationen. Zusätzlich ist eine Onlineveranstaltung im Dezember geplant, bei der Mitglieder Fragen zu den Punkten der schriftlichen Abstimmung stellen können.